Subscribe to polen-reise.org Subscribe to polen-reise.org's comments

Die Geschichte Polens

 

Vor- und Frühgeschichte

Polen war, allem Anschein nach, schon immer ein beliebtes Reiseland. Bereits vor Beginn der „geschriebenen Geschichte“ im Jahre 963, war die Region „gut besucht“. Anhand von einer Vielzahl von prähistorischen Funden lässt sich heute annehmen, dass ganz viele verschiedene Völker durch das Gebiet gewandert sind. Man konnte nie genau zuordnen, welchem Siedlungsbereich die Funde angehörten. Diese starke Wanderbewegung der so unterschiedlichen Völker, bewirkte die große ethnische Vielfalt des Polens der Neuzeit. Bis heute ist die Entstehungsgeschichte der polnischen Sprache nicht vollends geklärt. Der vielfältige Einfluss der verschiedenen Nationen hat die Festigung einer einheitlichen Sprache ein wenig erschwert. Erst mit Ernennung des slawischen Fürsten Großpolens, Mieszko I., im Jahre 963 kam dann langsam Bewegung in die Sprachfindung der verschiedenen Regionen. Er war es, der im Jahre 966 den Zusammenschluss einiger kulturell und sprachlich verwandter Stämme bewirkte. Daraufhin übernahm er den christlichen Glauben und damit auch das geschriebene Wort in Form des lateinischen Alphabets. Von diesem Zeitpunkt an konnte sich die bis dahin nur gesprochene polnische Sprache auch in schriftlicher Form entwickeln. Die ersten polnischen Schriftstücke waren Übersetzungen von Predigten und Gebeten aus dem Lateinischen. So wurde dem Volk endlich auch die Möglichkeit gegeben, tatsächlich zu verstehen worum es in der Kirche geht und wie die Gebete und Predigten zu verstehen sind.

Geschichte ab 1573

Polen sah viele Könige kommen und gehen. Ab 1573 war Polen eine Wahlmonarchie und wurde somit immer mehr zum Spielball fremder Interessen und Einflüsse. Nach der Teilung des Landes in 1771 und 1793, war der Staat Polen für mehr als 100 Jahre quasi von den Landkarten Europas verschwunden. Es wurde übernommen von den Nachbarn aus Preußen, Russland und Österreich. Auch Aufstände des Volkes in 1830 und 1863 konnten von den Besatzern abgewehrt werden. Die fremden Mächte konnten erst mit dem Ersten Weltkrieg vertrieben werden. Am 11.11.1918 erklärte sich Polen zur Republik und mit dem Vertrag von Versailles wurde 1919 Polens Westgrenze und, ganz wichtig, Ihre Unabhängigkeit festgeschrieben. Es gab zwar des Öfteren noch Streitigkeiten mit den Nachbarstaaten, aber Polen wusste sich seine wiedergewonnene Souveränität zu bewahren. Es gab damals die Vorliebe Länder so groß wie möglich zu gestalten. Daher die vielen Unruhen, Kriege und Aufstände.

1926 setzte das damalige Staatsoberhaupt, Josef Pilsudski, seine Forderung nach einem „starken Staat“ um. Nach dem Tod des Diktators, in 1935, hatte Polen längst einen neuen Feind vor dem es zittern musste. Dieser saß damals bereits seit zwei Jahren in der Reichskanzlei Berlins. Sein Name muss an dieser Stelle nicht noch einmal erwähnt werden, denn die Geschichte Deutschlands zu dieser Zeit ist jedem nur zu gut bekannt. Am 01.09.1939 überfielen die nationalsozialistischen Truppen Polen. Polen wurde regelrecht vernichtet und am Ende des Zweiten Weltkrieges hatte Polen etwa 6 Millionen Opfer zu beklagen. Unter diesen Opfern befand sich fast die gesamte jüdische Bevölkerung (ca. 3 Millionen Menschen), die von den Deutschen in den Vernichtungslagern ermordet wurden. Eines der traurigsten Kapitel der Menschheit überhaupt.

1945 wurden die Grenzen Polens noch einmal neu festgelegt. Die Sowjetmacht unter Stalin behielt die Ostgebiete Polens und die Entschädigung für Polen waren Ostpommern, Schlesien sowie West- und Teile Ostpreußens. Die Kommunisten konnten dann die Wahlen in 1947 für sich entscheiden und fortan stand Polen unter stalinistischer Regierung. Aufgrund der extrem hohen Arbeitsnormen, der schlechten Lebensqualität, der Unterdrückung der Kirche und der Verstaatlichung der Wirtschaft kam es 1956 zum Aufstand in Posen. Am 31. August 1980 wurde, nach heftigen Unruhen und Streiks, die „Vereinbarung von Danzig“ unterschrieben. Diese versicherte unter anderem das Recht auf unabhängige Gewerkschaften und Streiks (Grundlage der Entstehung der Gewerkschaft „Solidarität“ (Solidarnosc).

1989 fanden dann die Verhandlungen am „Runden Tisch“ zwischen Regierung und Opposition statt und die kommunistische Partei war gezwungen freie Wahlen zuzulassen. Die nichtkommunistische Partei Solidarnosc, und zwar unter der Leitung von Lech Walesa und Tadeusz Mazowiecki, gewann die Wahlen noch im selben Jahr und erhielt 99 der 100 Senatssitze und 161 von insgesamt 460 Sejm- Mandaten.

Am 01.05.2004 wurde Polen Mitglied der Europäischen Union (sowie neun weitere Länder).

Am 02.04.2005 stirbt der polnische Papst Johannes Paul II in Rom. Zu Lebzeiten begeisterte er weltweit die Menschen mit seiner Liebe zum Glauben und zum Leben als solches. Nicht nur Katholiken trauerten als der Papst nach seinem Leiden seinen Krankheiten erlag.

Bis heute ist die Geschichte Polens also sehr bewegt und bewegend. Eine Reise nach Polen ermöglicht Ihnen also auch ein Eintauchen in die Geschichte unseres Nachbarlandes. Wir hoffen, dass Ihnen unsere Zusammenfassung der Geschichte Polens gefallen hat und Sie die eine oder andere Sache für sich daraus mitnehmen konnten. Aber am besten prägt sich Geschichte sowieso live und in Farbe ein. Also warten Sie nicht länger und gehen Sie selbst auf Spurensuche und werden zu einem kleinen Historiker.